Archiv für Juli 2008

Trübe Aussichten an der Elbe

Sonntag, 06. Juli 2008

Waldschlösschenbrücke Dresden am 3.07.08

Das befürchtete Finale war doch nur ein Halbfinale, allerdings mit klarem Ausgang. Die Unesco hat Dresden noch nicht den Welterbetitel abgesprochen, wird dies allerdings im Sommer 2009 tun. Am Freitag Nacht (4.07.08) wurde die überraschende Nachricht publik, dass die Stadt noch ein Jahr auf der Liste der gefährdeten Welterbestätten verbleiben wird. Für den weiteren Erhalt des Welterbetitels fordert die Unesco allerdings den sofortigen Baustopp der Brücke und den Rückbau der bereits begonnenen Maßnahmen. Die designierte Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) lässt keinen Zweifel an ihrer Haltung zu dieser Entscheidung: “Für mich ist der Beschluss verbunden mit dem Titelverlust. Es ist doch unrealistisch, eine halbfertige Brücke zurückzubauen und den ursprünglichen Zustand wieder herzustellen.” (DNN, 5./6.07.08) Aufgrund einer ähnlich starren und phantasielosen Haltung wurden auch in der Vergangenheit von Seiten der Staatsregierung alle Optionen verspielt, Handlungsspielraum gegenüber der Unesco zu gewinnen. Dieser Politikstil scheint im August auch im Dresdner Rathaus Einzug zu halten.

Michael Brey

Dresden im Finale - Die Waldschlösschenbrücke

Dienstag, 01. Juli 2008

Heute wurden die Fußballhelden der Europameisterschaft, die am Ende doch verloren, in Berlin am Brandenburger Tor von mehr als 100 000 Menschen gefeiert.

Auch Dresden steht in dieser Woche ein Finale bevor. Anders als unsere Fußballer wird Dresden sich am Ende aber nicht darüber wundern können, wie es gesiegt und doch verloren hat. Nicht siegessicher gehen wir in dieser Stadt in dieses Finale. Wenn uns eines gewiß ist, dann ist es die finale Niederlage und die Gründe dafür.

Fehlende Streitkultur

Es ist ein Verlust auf vielen Ebenen. Es geht nicht nur um einen Statusverlust. Die Dresdner Elblandschaft ist sicher auch ohne Welterbe-Prädikat bezaubernd. Auch wenn ich im fatalen Bürgerentscheid von 2005 für den Bau der Brücke gestimmt habe, würde ich dies heute anders entscheiden. Dass die Elblandschaft ihren naturnahen Charakter mit dem Bau der Brücke verlieren wird, darüber bin ich mir mittlerweile sicher.
Am Ende dieses Streits um den Brückenbau beklage ich vor allem die fehlende Diskursivität in dieser Stadt und das Versagen demokratischer Strukturen. Entscheidungsfindung scheint auf dem Recht des Stärkeren zu beruhen, nicht auf ständig sich erneuernder Reflexion über Bedingungen und Möglichkeiten der Weiterentwicklung des Gegebenen.

So ähnlich konstatiert auch Hans-Peter Lühr in seiner Vorbemerkung zum jüngsten Dresdner Heft seine Enttäuschung über die Entwicklung im Fall ‘Waldschlösschenbrücke’. Ausgabe 94 der Dresdner Hefte ist denn auch sinnigerweise den ‘Dresdner Elbbrücken in acht Jahrhunderten’ gewidmet.

Von der ‘Fata Morgana’ zur Realität

Im Rahmen der Geschichte der Dresdner Elbbrücken hat die Waldschlösschenbrücke seit dem Auftreten der ersten Planungen im Jahr 1935 etwas Märchenhaftes. Ich meine damit, dass das Projekt über sechzig Jahre lang wie eine Fata Morgana am Elbufer stand und aufgrund seiner Überdimensioniertheit trotz aufwendiger Baugrunduntersuchungen im Dritten Reich nicht zur Realisierung gekommen ist.

Über drei Jahrzehnte später wird eine Brücke im Waldschlösschenareal in den Generalverkehrsplan der Stadt Dresden aufgenommen. Damit war man im Jahr 1970 wieder auf das Dresdner Schlossgespenst aufmerksam geworden. Ende der siebziger und Mitte der achtziger Jahre kommt es zu mehreren Umplanungen, die 1988 das Finale erreichen. Das Ministerium für Verkehrswesen der DDR beschließt den Bau einer Brücke für die Zeit nach 1990.

Über die Vollstreckung des Verdikts über die Dresdner Kulturlandschaft seit der politischen Wende gibt die ‘Chronik von Planung und öffentlicher Auseinandersetzung’ zum Bau der Waldschlösschenbrücke im neuesten Dresdner Heft (S. 70 ff.) vorzügliche Auskunft.

Der Schiedsrichter verlässt das Feld

Im Jahr 2005 wurde das Welterbe-Kuratorium als Gremium ins Leben gerufen, dessen 20 Mitglieder die Bewahrung und Weiterentwicklung des Dresdner Welterbes aktiv betreiben sollten. Gestern hatten die Mitglieder eine Pressekonferenz anlässlich der bevorstehenden Entscheidung der Unesco zum Dresdner Welterbe zum Anlass genommen, das finale Versagen der Verwaltung und der Politik offenkundig werden zu lassen.

Das Dresdner Welterbe-Kuratorium mit seinem Vorsitzenden Ingo Zimmermann sehe keine Möglichkeit mehr sein Mandat wahrzunehmen, hieß es bei der heutigen Pressekonferenz. Deshalb wollen die Mitglieder von ihrem Mandat entbunden werden. Sowohl Ministerpräsident Tillich, als auch Bundeskanzlerin Merkel und die designierte Oberbürgermeisterin Orosz ließen keinen Zweifel am Weiterbau der Brücke und am einkalkulierten Verlust des Welterbetitels aufkommen.

Mitte Mai habe das Kuratorium einen Brief an den Nachfolger Milbradts geschrieben und um ein Gespräch über die prekäre Lage gebeten. Er sei unbeantwortet geblieben.

Michael Brey

Und weiter gehts im Sauseschritt - Der Dresdner Postplatz

Dienstag, 01. Juli 2008

Weitere drei Hotels mit 520 Zimmern und einer Tiefgarage mit 235 Stellplätzen sind an der Westseite des Dresdner Postplatzes geplant. Zudem solle dort auch ein Seniorenheim Platz finden. Das Großprojekt mit 70 Millionen Euro Investition soll unter Federführung der Wiener Aaron Holding AG realisiert werden. Die drei Hotels sollen sich über 18.500 qm Fläche erstrecken, so die Dresdner Neuesten Nachrichten im Lokalteil vom 1.07.08. Das Seniorenheim wird etwa 6.000 qm Fläche haben.

Für das Konzept der Bebauung ist der Bebauungsplan aus dem Jahr 2000 grundlegend, der sich wiederum am Wettbewerbsentwurf von Joachim Schürmann aus den 90er Jahren orientiert.

Michael Brey

Rallye Dresden - Breslau 2008

Dienstag, 01. Juli 2008

Rallye Dresden - Breslau

Am 28. Juni ertönte vor der betörenden Silhouette der Dresdner Altstadt der Startschuss zu einer der härtesten Rallyes in Europa. Fahrer aus 14 Nationen legen bis 5. Juli unter schwierigsten Bedingungen insgesamt 2.200 km zurück. Dabei stellen die 1.600 offroad-km mit steilen Auf- und Abfahrten, Wasserdurchfahrten, Schrägfahrten und tiefen Schlammpassagen die größten Herausforderungen dar.

Michael Brey