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Die Porzellansammlung

Die "Maladie de Porcelain"
Dauer: 1,5 Stunden  |  Max. Teilnehmerzahl: 25  |  Preis: 89 Euro (inkl. Mwst. zzgl. Eintritt)

Kostbare Vasen, Figuren, Tassen und Teller aus chinesischem, japanischem und Meissener Porzellan begegnen uns in den herrlichen Ausstellungsräumen des Dresdner Zwingers. Sie berichten von Globalisierung, Industriespionage, Innovation und Plagiat im Zeitalter des Barock. Kommen Ihnen diese Themen bekannt vor?

 

China beschäftigte die Europäer damals wie heute in höchstem Maße. Die holländische Vereenigde Oost-Indische Compagnie belieferte als bedeutendster Weltkonzern des 17. Jahrhunderts die europäischen Märkte mit ostasiatischen Luxusprodukten. Kaum ein Schloss kam in Frankreich und im Deutschen Reich ohne ein ostasiatisch angehauchtes Porzellankabinett aus. Ludwig XIV. hat den Auftakt mit dem Bau des prachtvollen Trianon de Porcelain gemacht. Viele andere Herrscher folgten seinem Beispiel, am glänzendsten August der Starke. In England nannte man die Chinamode ganz realistisch „Chinamania“, in Frankreich sprach man etwas eleganter von der „Chinoiserie“. August beklagte seine "maladie de porcelain". Dass seine Porzellankrankeit zu einer Obsession ausartete, ist im festlichen Ambiente des Zwingers allenthalben nachvollziehbar. Wir sind heute dankbar für die Leiden Augusts und die Plagen seines Geldbeutels!

 

Zunächst widmen wir uns dem Wettbewerb chinesischer und japanischer Produzenten um die Pole Position im Rennen um die Europäischen Märkte. Das frühe Kraak-Porzellan wurde in China eigens für den europäischen Markt hergestellt, auch die späteren, für den Export gefertigten Porzellane der Kangxi-Zeit orientieren sich in Form und Dekor an den europäischen Repräsentationsbedürfnissen. Mitte des 17. Jahrhunderts fielen die chinesischen Produzenten aufgrund politischer Wirren kurzfristig aus. Die Japaner konnten damals zwar erst seit kurzem Porzellan herstellen, ihnen gelang es dennoch das Monopol der Chinesen zu brechen.

 

Beim Anblick der monumentalen Vasen aus Imari-Porzellan verstehen wir sofort die Begeisterung der Europäer für die neuen Dekore japanischen Porzellans. Spannend ist es zu beobachten, dass es im Kampf um Marktanteile von nun an zu einer wechselseitigen Beeinflussung japanischer und chinesischer Porzellantypen kam. Wie der Zweiklang der bedeutenden Porzellanproduzenten zu einem Dreiklang wurde, erzählt uns die spannende und zugleich tragische Geschichte eines genialen Hochstaplers. Seitdem der Alchemist Böttger das Rezept zur Porzellanherstellung 1708 in Dresden auf kurfürstlichen Druck hin endlich gefunden hatte, konnten die sächsischen Porzellane den Preziosen aus dem Land des Lächelns würdevoll an die Seite gestellt werden. Die frühe Geschichte des Meissner Porzellans und des roten Böttgersteinzeugs wird uns im Böttgersaal faszinieren.

SCHWERPUNKTE DER FÜHRUNG: Chinesisches Porzellan der Ming-Zeit - Chinesisches Porzellan der Kangxi-Zeit - Kakiemon- und Alt-Imari-Porzellan aus Japan - Meissner Porzellan der Böttgerzeit - Meissner Figurenporzellan von Kaendler - Geschirrporzellane und Tafelservice der Höroldt-Zeit

PROGRAMMVARIANTE: Gerne führen wir auch unter thematischen Gesichtspunkten. Preis nach Vereinbarung.

Unverbindliche Anfrage

Der kurze draht zu ihrem Reiseleiter:

Fon 0351/219 30 778

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